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2.
Tag - Sonntag 22.2
Die Nacht war viel zu kurz. Wie am Samstag, erhielten wir die
gesamte Tagesverpflegung nach dem Frühstück. Reichhaltig
war sie, nur wer schafft es eigentlich, die ganzen Minifleischwürste
zu essen? Entsprechend den Erinnerungen vom Wehrdienst, wurde
viel von uns weggeschmissen. Eine optimale Lösung ist mir
hier aber auch noch nicht eingefallen. Kurz vor 0800 wurden
wir zum Startpunkt unserer Skitour transportiert. Das Ziel war
die kleine Reibn. Dazu muss man zunächst zum Stahlhaus
hochsteigen und dann nochmals 2 Stunden bis zum Gipfel der kleinen
Reibn investieren. |
Die Anstrengung wurden durch das sonnige
Wetter ausgeglichen. Um uns herum wuselte die zivile Welt
auf professionellen Carvern und ultraleichten Tourenski auf
den Pisten herum. Beim Stahlhaus angekommen, trennten sich
unsere Gruppen. Ein Teil blieb dort und beobachtete den Aufstieg
der anderen Kameraden bei einem kühlen Bier, Spezi oder
einer leckeren Gulaschsuppe. Gegen 1400 fuhren wir wieder
ins Tal hinunter. Dabei kam es zu einem erwähnenswerten
"Zwischenfall". Da alle Welt in Faschingslaune war,
wurden wir schon während des Hochmarschierens häufiger
auf unsere Faschingskostüme - Schneetarnanzüge angesprochen.
Da wir dienstlich unterwegs waren, war unser Anzug natürlich
legitim, nur schien uns das keiner abzunehmen. So fragten
uns schließlich zwei Mädels, ob wir denn echte
Gebirgsjägern seien. Nachdem wir dies bejahten, wollten
sie uns nicht so recht glauben. Ein zweiter Blick von ihnen
auf unsere Ausrüstung genügte. Kommentar: "Die
uralten Schneetarn Ski, haben nur echte Bundeswehrler".
:-)
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Um 1500 trafen wir uns alle wieder am Königssee
um dort erneut einzukehren. Hier waren enorm viele Touristen
und die Ruhe auf dem Gipfel vergessen. Für den Abend
war ein Besuch der Watzmannterme und ihrem Saunenbereich vorgesehen.
Um 1800 war daher für 2 Stunden Entspannung angesagt.
Um den Abend abzurunden gingen wir danach zum Chinesen in
Berchtesgaden. Das war sehr lustig und durch die Finnen am
Nachbartisch lernten wir z.B., dass Post in Finnland Posti
heisst. Vielleicht sollten wir doch noch alle die Sprache
lernen, damit sie in Zukunft von mehr als den 0,05 Prozent
der Weltbevölkerung, gesprochen wird.
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3.
Tag - Montag 23.2
Am heiligen Tag der Karnevalisten, dem Rosenmontag, betrieben
wir weiterhin business as usual. Nach dem Frühstück
sollte es gegen 0900 wieder auf den Silberg gehen. Dem war
nicht so, da die Anlage schon von einer anderen Mannschaft
genutzt wurde. So konnten wir noch ein wenig entspannen und
einen ersten Blick auf die neuen Skiverschraubungsregeln werfen.
Gegen 1100 brachen wir endlich auf. Dichter Schneefall begleitete
unsere Fahrt zum Silberg und unser Training. Das Wetter in
den Bergen ist halt unbeständig. Wo die Busse nicht mehr
weiterkamen, wurden wir in mehreren Fahrten mit Mog und Wolf
zur Anlage transportiert. Es ging alles etwas entspannter
zu, da Kraft für den Wettkampf gespart werden sollte.
Zusätzlich zum Schiess- und Werfprogramm wurde auch noch
die Skiverschraubung geübt. Es ging erneut über
die Götschenabfahrt in Richtung Tal. Die Einkehr in der
Gastwirtschaft beschränkte sich nur auf ein Getränk. |
Zum Glück
hatte die Küche während des DSM durchgehend offen,
so dass wir auch Nachmittags eine warme Mahlzeit bekamen.
Die Tortellini mit Schinkensoße, Minestrone, Salat und
das gemischte Gemüse schmeckte sehr gut und war reichhaltig.
Bei den Sportlern gibts immer noch einen Schlag mehr als bei
der Kampftruppe. Der Speisesaal wurde von allen Teilnehmern
genutzt, daher waren hier meist alle möglichen Nationen
vertreten. Am Nachmittag gab es eine erneute "Auseinandersetzung"
mit der Skiverschraubung. Diesmal wurde das ganze aber auf
Zeit geübt. Ein eingespieltes Team kann eine Skiverschraubung
in ca. 1 Minuten herstellen. Wahrscheinlich auch deswegen,
modifiziert die Wettkampfleitung in jedem Jahr leicht die
Vorschriften. |
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Für Unbedarfte
wirkt das Gewirr aus Schnüren, Fellen, Isomatte und Karabinern
eher wie ein kompliziertes Gebilde und wie eine Wissenschaft
für sich. Am Spätnachmittag gingen wir nochmals
auf einen lockeren Lauf. Das Abendessen ließen wir aus
und gingen stattdessen gegen 1845 auf den Eröffnungsempfang
der WBDSM im Kurhaus von Bad Reichenhall. Neben lokalen Größen,
vielen Offizieren, Generälen, Vertretern der internationalen
Teams, dem Präsident des Kameradenkreises der Gebirgstruppe
und dem Bürgermeister von Bad Reichenhall war auch der
Hackl Schorsch anwesend. Wir mussten natürlich gleich
ein gemeinsames Photo schiessen. Einen aktuellen Wok- und
ehemaligen Bobweltmeister trifft man nicht alle Tage. |
Der Befehlshaber des Wehrbereichs IV, Generalmajor
Justus Gräber und der Bürgermeister von Bad Reichenhall
hielten jeweils eine kurze Ansprache. Bei Bier, Wein, Gebäck
und musikalischer Untermalung durch klassische Musik, konnten
sich die geladenen Gäste in angenehmer Umgebung unterhalten.
Die Atmosphäre war allerdings im letzten Jahr in der
alten Saline lockerer gewesen. Man hätte auch schon in
den Ansprachen die ausländischen Teilnehmer mehr integrieren
können. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Präsidenten
des Kameradenkreises der Gebirgstruppe und den chilenischen
Vertretern fuhren wir wieder in die Kaserne. Die ganze 861er
Mannschaft fand dann wieder bei der Faschingsparty im Bürgerbräu
in Reichenhall zusammen.
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